Christianstadt: Nachtrag zum Polen-Ausflug

Christianstadt: Nachtrag zum Polen-Ausflug

Durch das Radfahren bin ich im Berliner Umland auf viele vergessene Orte bzw. Lost Places aufmerksam geworden. Meist sind es nur Zufälle, die mich zu den Orten führen, meist kann ich dann nicht gedanklich loslassen und versuche im Internet Informationen zu sammeln. Genau so war es auch nach unserem Sagan Ausflug. Mich interessierte Christianstadt. Dort gab es verlassene Fabrikgebäude mitten im Wald.

Hinweis auf die Munitionsfabrik Christianstadt.jpg

Meine Recherche ergab, das die Gebäude aus der NS-Zeit stammen und zu der wohl größten Munitionsfabrik im dritten Reich gehörten. Ein riesiges Gelände, insgesamt über 800 Gebäude. Alle Gebäude schön weit voneinander entfernt, damit im Fall eines Unfalls nicht alles zerstört worden wäre. Und im Wald gut getarnt. Teile des Gebiets sind auch heute noch Sperrgebiet und werden von der polnischen Armee bewacht.

Was im Sperrgebiet liegt, ist nicht bekannt. Gerüchte besagen, das dort ein Geheimprojekt der US-Streitkräfte verborgen liegt. Warum gerade die US-Streitkräfte erschließt sich mir nicht. Warum sollten die Amerikaner etwas in einem ehemaligen Objekt des dritten Reiches verstecken? In Polen? Ich vermute, das das Gebiet durch die vielen Chemikalien verseucht ist und deshalb nicht betreten werden solle.

Einen sehr guten Artikel über Christianstadt fand ich auf der Internet-Seite der FAZ. Beim Lesen versuchte ich die Bilder in meiner Erinnerung mit den Beschreibungen des Artikels in Einklag zu bringen. Eine bedrückte Stimmung machte sich breit. Die in dem Artikel beschriebene Doktorarbeit von Martina Löbner konnte ich auch ausfindig machen. Nun habe ich reichlich Informationen über einen vergessenen Ort.

Im nachhinein ärgere ich mich ein wenig, nicht schon vorher von dem Ort gewusst zu haben. Ich hätte sicherlich mit anderen Augen geschaut, wenn mir der historische Hintergrund des Ortes bekannt gewesen wäre. Ehrlich gesagt hätte ich mir auch gerne etwas mehr angeschaut und mich sicher nicht über den Betonplattenweg beschwert, der wohl gut 80 Jahre alt ist.

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